Minister Vogel und der Landtagsabgeordnete Roick besuchen das Bodenordnungsverfahren Breiter Graben

Alle Bilder (c) Constanze Grimberg Bild 1 (Öffentlichkeitstermin (c) Andreas Conrad

Der Minister des MLUK, Herr Axel Vogel und der Vorsitzende des Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz und Mitglied des Landtages, Herr Wolfgang Roick waren unter anderem Gäste beim Öffentlichkeitstermin im Bodenordnungsverfahren Breiter Graben.

09.05.2023

Das Bodenordnungsverfahren Breiter Graben wurde am 06.06.2007 als vereinfachtes Flurneuordnungsverfahren angeordnet und hat eine Größe von 852 ha und 183 Bodeneigentümer. Das Verfahrensgebiet ist gekennzeichnet durch umfangreiche Meliorationsmaßnahmen im Bereich der Kirchhainer Wiesen, des Breiten Grabens und des Mühlenfließes. Insbesondere führte einst der Ausbau und die Begradigung des „Breiten Grabens“ als Vorfluter zu Zerschneidungen der Grundstücke. Darüber hinaus entstanden zu damaliger Zeit unabhängig vom Eigentum neue Wege auf privaten Grundstücken.

Neben der Neuordnung der Eigentumsverhältnisse war es ein wesentliches Verfahrensziel, Maßnahmen der naturnahen Gewässerentwicklung durch die Bodenordnung zu begleiten. Der Wasser – Bodenverband „Kleine Elster-Pulsnitz“ war hierbei ein Hauptinitiator dieses Verfahrens. Über die Unterhaltungszuständigkeits-verordnung (UVZVZ) wurde ihm die Renaturierung des Breiten Graben nach den Vorgaben der EU-WRRL  übertragen. Nach erster Sichtung der Eigentumssituation wurde schnell klar, dass die Bodenordnung mit ihrer Möglichkeit, Flächen ohne Enteignung für die Maßnahme zur Verfügung zu stellen, die beste Möglichkeit für die Umsetzung bot. Somit wurde über den 41-er Plan die Genehmigung für die Renaturierung erzielt und von 2018 bis 2020 vor Ort durchgeführt. Dafür mussten als erstes 484 Hybrid-Pappeln gefällt werden. Das dabei anfallende Holz hat ein Großteil der Eigentümer der Teilnehmergemeinschaft zur Senkung des Eigenanteil unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Des weiteren wurde großer Wert auf die ökologische Durchgängigkeit gelegt. So wurden 2 Wehre und 6 Stauanlagen komplett zurückgebaut und Gewässerverrohrungen geöffnet. Anschließend erfolgte eine komplette Neuprofilierung der Abflussquerschnitte und die Herstellung eines schlängelnden, auentypischen Gewässerverlaufs. Somit konnte auch die Schaffung eines Verbindungskorridors zwischen einem nördlich und südlich angrenzenden FFH-Gebiet erreicht werden. Nach der Baumaßnahme wurden noch knapp 4000 gebietsheimische Gehölze gepflanzt, die sich in Laufe der nächsten Jahre zu einem landschaftsprägenden Element entwickeln werden.

Ein weiterer Bestandteil des 41-er Plans war der Rückbau eines seit Jahren nicht mehr genutzten Agrar-Flugplatzes und der Ausbau des Wirtschaftsweges auf einer Länge von ca. 3,4 km. Dabei wurden auch 6 Ausweichstellen für den landwirtschaftlichen Begegnungsverkehr geschaffen, 30 Feldzufahrten errichtet und 3 Durchlässe erneuert.Auch bei dem bodenordnerischen Teil in der Verfahrensbearbeitung konnten gute Ergebnisse erreicht werden. So waren vor der Neuordnung 957 Flurstücke im Kataster verzeichnet. Mit der vorzeitigen Ausführungsanordnung, die zum 01.04.2020 erlassen wurde aber nur 318 Flurstücke ans Kataster zur Berichtigung übergeben. Dies entspricht einem Zusammenlegungsverhältnis von 3:1.

Um diese durchweg positiven Ergebnisse zu präsentieren, fand am 04.05.2023 ein Öffentlichkeitstermin statt, zu dem auf Initiative der Teilnehmergemeinschaft das LELF eingeladen hat. Die Gästeliste umfasste nehmen dem Minister und Herrn Roick auch Mitglieder der obersten und der oberen Flurbereinigungsbehörde, den aktuellen und den ehemaligen Geschäftsführer des Gewässerverbandes „Kleine Elster Pulsnitz“, der Geschäftsführerin des vlf, hochrangige Mitarbeiter der Stadtverwaltung Doberlug-Kirchhain, dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Breiter Graben sowie weitere Gäste.

Eröffnet wurde der Termin gegen 10:00 Uhr durch den Vorstandsvorsitzenden, Herrn Heyde, der alle Anwesenden begrüßte und die Tagesordnung vorstellte. Im Anschluss daran richtete der Minister ein Grußwort an alle bevor das Verfahren in Form von kurzweiligen Vorträgen den Gästen nähergebracht wurde. Während der Vorträge konnten Kaffee und Kuchen, sowie belegte Brötchen zu sich genommen werden. An dieser Stelle einen Großen Dank an die Agrargenossenschaft Werenzhain und den Gewässerverband für die Verpflegung.Ab 11.00 Uhr konnten sich dann alle Beteiligten vor Ort von der gelungenen Umsetzung überzeugen. Dabei wurden weitere fachliche Details erörtert und erklärt, so dass der Termin für alle einen großen Erkenntnisgewinn darstellte. Als letzter Tagesordnungspunkt stand dann ein Gruppenfoto hinter dem Gedenkstein für das Bodenordnungsverfahren „Breiter Graben“ auf dem Programm. Anschließend nutzten noch viele Teilnehmer die Möglichkeit, sich in persönlichen Gesprächen auszutauschen bevor man nach und nach die Heimreise antrat.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Termin, bei perfekten Sommerwetter. An dieser Stelle auch nochmal einen herzlichen Dank an die Stadt Doberlug-Kirchhain, der Agrargenossenschaft Werenzhain und dem Agrarbetrieb Olaf Krüger für die finanzielle  Unterstützung. Einhergehend mit dem Holzerlös war es möglich, das Verfahren für die Eigentümer/Teilnehmer des Verfahrens kostenfrei zu halten. Das Bodenordnungsverfahren Breiter Graben gilt als Vorreiter für weitere Verfahren der Flurneuordnung.

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